Die Eigenleistung beim Bau eines Fertighauses ist eine beliebte Möglichkeit, Kosten zu sparen. Durch die Muskelhypothek, bei der Bauherren selbst Hand anlegen, können große Teile des Bauprojekts ohne externe Handwerkerkosten realisiert werden. Doch welche Arbeiten kann ein Bauherr selbst übernehmen, welche Vorteile bietet die Eigenleistung und wo liegen die Herausforderungen? In diesem Beitrag erfährst Du alles, was Du über Eigenleistungen beim Fertighausbau wissen musst.
Inhalt
Was bedeutet Eigenleistung beim Fertighaus?
Die Eigenleistung beim Hausbau bedeutet, dass Du als Bauherr einen Teil der Arbeiten selbst übernimmst, anstatt sie an Fachunternehmen oder Handwerker zu vergeben. Dies wird oft als Muskelhypothek bezeichnet, weil Du durch Deinen eigenen Arbeitsaufwand die Baukosten senkst. Viele Bauherren entscheiden sich für Eigenleistungen, um die Baukosten zu reduzieren und die Kontrolle über den Bauprozess zu behalten.
Welche Arbeiten können als Eigenleistung übernommen werden?
Nicht alle Bauarbeiten sollten oder können von Laien durchgeführt werden. Dennoch gibt es zahlreiche Bauabschnitte, bei denen Bauherren mit entsprechender Erfahrung und Handwerksgeschick selbst Hand anlegen können:
Innenausbau:
Malerarbeiten: Das Streichen von Wänden und Decken kann eine kostengünstige Eigenleistung sein.
Bodenbeläge verlegen: Das Verlegen von Laminat, Vinyl oder Fliesen ist eine Arbeit, die viele Bauherren selbst übernehmen können.
Trockenbau: Das Errichten von Trennwänden und Decken aus Gipskartonplatten kann für versierte Handwerker eine sinnvolle Eigenleistung sein.
Garten- und Außenarbeiten:
Gartenanlage: Das Anlegen eines Gartens, das Pflanzen von Bäumen und Sträuchern sowie das Verlegen von Rasenflächen (Streurasen oder Rollrasen) sind typische Eigenleistungen.
Terrassenbau: Eine einfache Terrasse aus Holz oder Pflastersteinen lässt sich oft gut in Eigenregie realisieren.
Demontage und Abbrucharbeiten:
Abbrucharbeiten: Vorbereitende Abrissarbeiten, wie das Entfernen von Altmöbeln, Verkleidungen oder Wandverkleidungen, können ebenfalls als Eigenleistung übernommen werden.
Welche Vorteile bietet die Eigenleistung?
Kostenersparnis:
Der offensichtlichste Vorteil der Eigenleistung ist die Kostenersparnis. Indem Du Handwerksarbeiten selbst übernimmst, kannst Du die Arbeitskosten deutlich reduzieren. Diese Ersparnis kann helfen, das Budget für das Fertighaus besser zu steuern.Individuelle Gestaltung:
Durch Eigenleistungen hast Du die Möglichkeit, Dein Haus nach Deinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Du kannst bei den Designs und Materialien kreativ werden und sicherstellen, dass der Bauprozess Deinen persönlichen Wünschen entspricht.Zufriedenheit und Stolz:
Der Bau eines Hauses ist eine große persönliche Leistung. Wenn Du selbst bei der Errichtung des Hauses mitwirkst, kannst Du auf die harte Arbeit stolz sein und siehst das Ergebnis direkt vor Augen.
Wo liegen die Herausforderungen der Eigenleistung?
Fachkenntnisse erforderlich:
Nicht alle Arbeiten können einfach übernommen werden, vor allem nicht bei komplexen oder technischen Arbeiten wie Elektroinstallation oder Sanitärarbeiten. Hier müssen Fachleute ran, um Fehler und spätere teure Reparaturen zu vermeiden.Zeitaufwand:
Eigenleistungen können den Bauprozess erheblich verlängern. Wenn Du neben dem Bau noch einem Vollzeitjob nachgehst, ist es nicht immer einfach, genug Zeit für alle Arbeiten einzuplanen. Fertighäuser sind in der Regel darauf ausgelegt, zügig gebaut zu werden – Eigenleistungen können den Zeitrahmen verzögern.Haftung und Versicherung:
Wenn Du Arbeiten selbst übernimmst, musst Du sicherstellen, dass Du für Unfälle oder Fehler während des Bauens versichert bist. Der Abschluss einer entsprechenden Bauleistungsversicherung und Haftpflichtversicherung ist daher unerlässlich.
Wie viel Eigenleistung ist sinnvoll?
Die Menge an Eigenleistung, die sinnvoll ist, hängt von Deinen eigenen Fähigkeiten und Verfügbarkeiten ab. Wenn Du handwerklich geschickt bist und genügend Zeit hast, kannst Du viele Innenausbauarbeiten und Gartenarbeiten übernehmen. Wenn Du jedoch keine Erfahrung in bestimmten Bereichen hast, solltest Du in Betracht ziehen, Fachleute für die entsprechenden Bauabschnitte zu engagieren, um die Qualität des Hauses nicht zu gefährden.
Fazit: Eigenleistung – Eine lohnende Möglichkeit zur Kostenersparnis
Die Eigenleistung beim Fertighausbau ist eine hervorragende Möglichkeit, die Baukosten zu senken, Deine eigenen Wünsche umzusetzen und beim Bauprozess aktiv dabei zu sein. Du solltest jedoch sicherstellen, dass Du nur diejenigen Arbeiten übernimmst, bei denen Du über die nötigen Fähigkeiten und Erfahrungen verfügst. Eine sorgfältige Planung und eine realistische Einschätzung Deiner Kapazitäten helfen Dir dabei, von der Muskelhypothek zu profitieren, ohne die Bauqualität zu gefährden.